#27 | Markus Kavka – der Musikverliebte unter den Moderatoren

Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit Markus Kavka über unser erstes Treffen in den frühen 90ern in München und über den Beginn seiner großen Leidenschaft für Musik. Wir sprechen darüber, wie er Musik wahrnimmt, welche Bilder dabei in seinem Kopf entstehen und wie ihn sein Weg vom Radio ins Fernsehen geführt hat. Natürlich geht es auch um seine prägende Zeit bei VIVA und MTV, den Wandel der Musik- und Medienwelt, Begegnungen mit seinen Lieblingskünstlern sowie seine eigenen musikalischen Projekte. Und am Ende darf auch seine Liebe zum FC Bayern nicht fehlen. Viel Spaß beim Zuhören!

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00:00:00: Du hast mir nämlich was gelehrt, was ich dann auch durchgezogen habe.

00:00:04: Ist das man als guter Moderator immer gleich anfängt und gleich aufhört mit den gleichen Sätzen.

00:00:10: Eigentlich fast immer wenn ich Musik höre entstehen halt tausend Bilder in meinem Kopf.

00:00:14: Ich stelle fest dass Musik ganz generell an Wert verloren hat.

00:00:22: du spielst In einer sehr ordentlichen Lautstärke, so laut wie du zu Hause nie machen kannst, spielst du dir erst mal deine eigenen Lieblingssongs vor.

00:00:31: Und wenn dann andere Leute die auch noch gut finden?

00:00:33: Ja aber Schöneres gibt's ja gar nicht!

00:00:35: Der Türgerauf und es steht in dem Aufzug komplett versammelt Metallica... ...in diesem neuen Look und stehen da vor mir.

00:00:43: und ich hab wirklich gedacht mich trifft der Schlag.

00:00:48: Rengel städt das Rendezvous ein Podcast aus den Bayernwerkstudios in Regensburg.

00:00:55: Begegnungen und Gespräche, bei denen wir uns Zeit lassen.

00:01:05: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Ringestädters Rendezvous aus den Bayernwerk-Studios!

00:01:09: Heute habe ich mir einen Gast eingeladen, den habe ich mich als bisschen egoistischen Gründen auf vielen Ebenen eingelandet.

00:01:16: zum ersten mag ich es einfach über Musik zu reden und dieses Feld von Medien und wie sie sich verändern und auch über Fußball und zum anderen kennen wir uns sehr lang und sehen uns viel zu selten.

00:01:31: Insofern haben wir gedacht, das passt wunderbar her.

00:01:34: zurückkommen in Markus Kafka!

00:01:36: Ja schön, Servus!

00:01:37: Grüß

00:01:37: dich!

00:01:38: Du weißt es handelt sich ja am Rendezvous auch wenn wir uns schon kennen tun jetzt doch mal kurz so dass wir uns nicht kennen.

00:01:44: ich habe dich eingeladen.

00:01:45: Wir haben ein Date quasi.

00:01:47: du musst dich kurz vorstellen wie würdest du's tun?

00:01:51: Also Servus, ich bin der Kavka Markus

00:01:55: So rum nämlich?

00:01:56: Ja,

00:01:57: so rum da gehts schonmal los Und ich freue mich ganz besonders auf mein Rendezvous.

00:02:03: Mein Date mit einem der charmantersten, blitzbärnigsten, lustigsten Typen die wo ich kenne.

00:02:11: Sehr gut!

00:02:12: Der Druck liegt jetzt bei mir.

00:02:13: Das hast du gut gemacht, alter Profi und ich habe für dich ein Geschenk dabei.

00:02:17: Du kriegst dein Geschenck.

00:02:19: Seitdem wir den Podcast machen ist es echt schon lang das mit Abstand aufwendigste Geschenke in der Verpackung gewesen.

00:02:27: Es ist nämlich sehr groß!

00:02:28: Ich sehe schon in deinem Gesicht Scheiße.

00:02:30: wie soll ich das heute transportieren?

00:02:32: Wir schicken's dir zur Not auch zu.

00:02:33: Du darfst es jetzt aufmachen und dann bin ich total gespannt ob du Ansatzweise drauf kommen wirst.

00:02:40: du, warum ich es dir geschenkt habe.

00:02:42: Das ist ein sehr persönliches Geschenk!

00:02:44: Bin ich sehr gespannt.

00:02:44: also mal für die Hörerinnen und Hörern draußen... das ist etwas Stockähnliches.

00:02:50: Ja, sehr gut.

00:02:51: Also

00:02:51: so ein Eins-Zwanzigdreißig ungefähr lang.

00:02:55: Mein erster Gedanke war sauber.

00:02:57: Das passt genau nicht in Zuglärm.

00:03:00: Zumindest wird man halt von der Polizei gebeten.

00:03:04: Wer solche Sachen mit den Zuglären nimmt, der wird schon mal gleich blöde hochschaut.

00:03:07: Du kannst es einfach...

00:03:08: Ja

00:03:09: bitte, bitte.

00:03:10: Obwohl's so schwer eigentlich ist gleich mehrfach?

00:03:13: Mehrfach eingewickelt von unserer lieben Kati.

00:03:15: die hat das gemacht weil ich hab zwar das Geschenk besorgt bin aber ein wahnsinnig schlechter Einpacker.

00:03:21: Ah, du hast er hier!

00:03:26: Es is' ein Billiardstäcker.

00:03:30: Ein Billiartstecker.

00:03:32: Oh wie soll ich jetzt...?

00:03:32: Hast

00:03:32: du einen?

00:03:34: Was haben wir?

00:03:34: Du meinst den

00:03:34: Tisch?!

00:03:35: Ne, überhaupt hast du ein Billiakö selber?

00:03:37: Nee.

00:03:39: Kannst du dir ungefähr denken warum ich dir das schenke?

00:03:45: Also wenn du mir jetzt einen Kickertisch hingestellt hättest, hätte ich gesagt ... Hätte ich so vor gewusst weil da bin ich Profi.

00:03:52: Habe ich auch schon oft gesagt dass ich im Kicker nicht so schlecht bin.

00:03:55: Ich weiß gar nicht ob ich überhaupt schon mal gesagt habe wie schlecht ich beim Billiabind bin.

00:03:59: Es geht gar nicht darum ob du es kannst oder nicht kannst sondern es geht darum, dass ich glaube es war.

00:04:08: Wann bist du zu MTV gekommen?

00:04:10: Zu MTV, zweitausend erst.

00:04:12: Aber zu wie war?

00:04:13: Fünfundneinzig.

00:04:15: Okay dann war es wahrscheinlich dreiundneunzig vierundneintzig.

00:04:18: Da haben wir uns getroffen in München und waren im Schellingsalon.

00:04:24: Das weiß ich noch!

00:04:25: Und dem Schelling Salon den verbinde ich eben mit Billiard-Tischen die da stehen wo Menschen Billiards spielen.

00:04:33: Ja die stehen da.

00:04:34: Genau und deswegen habe mich einfach erinnert an unser damaliges treffen, weil das für mich ein sehr entscheidendes Treffen war.

00:04:42: Inwiefern?

00:04:43: Weil du dann nämlich nach unserem Treffen bist du nach Köln gefahren, unmittelbar danach und da ging es eben um dass du zu Viva gehst oder nicht.

00:04:53: Das war gerade so der Anfang, dass du da reinrutscht gerade so mit der Ende Studium und hab so überlegt, ob ich das auch machen will?

00:05:03: Und bin so zum Radio.

00:05:05: Das hat mich total inspiriert!

00:05:07: Wir haben da viel darüber geringen.

00:05:08: Du warst wahnsinnig aufgeregt zu der Zeit weil du es eben gerade anstand und du nach Köln gefahren bist und deswegen verbinde ich mit diesem Treffen immer noch sehr viel in meiner Biografie.

00:05:19: Ah, das ist ja ganz sauberhaft!

00:05:20: Sicksass, ähm... Ich habe wahrscheinlich weich so aufgereckt war Das wir uns treffen und dass ich dann kurz darauf nach Köln, dann auch noch wahrscheinlich war das da schon so auf den letzten Metern.

00:05:33: Weil es war ja als ich fourneunzig in München gewohnt habe und bei Metalhammer gearbeitet hat... Genau!

00:05:39: Ja?

00:05:39: Dann muss das irgendwann so früher fünfund neunzig oder so gewesen sein.

00:05:43: Ende vierneunzig, Anfang fünfundneinzig muss das gewesen sein..

00:05:46: Ja aber kurz darauf hab' ich dann bei Viva angefangen die Metelsendung zu moderieren

00:05:51: Deswegen entbilliert.

00:05:52: Aber

00:05:52: das ist wirklich ganz, ganz bezaubernd, dass du dich da so noch dran erinnerst und so Bilder auch nur im Kopf hast?

00:05:57: Total!

00:05:57: Und ich habe auch diesen Geruch vom Schellingsalon.

00:05:59: Das ist immer noch... So mach mal, gehe ich rein und muss eigentlich immer daran denken, weil ich war das erste Mal quasi mit dir drin.

00:06:06: Achso?!

00:06:06: War davor ja nicht drin, dass Du zu mir auf der Straße gesagt kennst den Schelling Salon.

00:06:10: Ich hab natürlich gesagt klar, kann den aber nichts.

00:06:15: Seitdem immer wenn ich da reingehe oder vorbeigebe, muss ich echt an Dich denken

00:06:19: Mensch, dann müssen wir auch immer wieder hin.

00:06:22: Dann machen wir doch das mal!

00:06:23: Lieber Markus... Ich freu mich sehr dass du da bist und ich freue mich sehr, dass wir dieses Gespräch vielleicht mal ganz woanders anfangen als deine Gespräche normalerweise immer anfangen weil ich habe immer das Quill immer wenn ich dich irgendwo sehe Du wirst reingeschmissen in irgendein Thema Das gerade ansteht ist es typisch Mode Es ist immer irgendwas mit Musik.

00:06:46: Mich wird aber halt mal ganz anders Interessieren, wie kamst du eigentlich?

00:06:51: Also ich hab so ein Bild von meinem Jugendkinderzimmer.

00:06:55: sag jetzt mal wo ich da drin saß und es hat mich zur Rockmusik verschlagen.

00:07:02: Bei mir war's Pink Floyd Ich glaub Darkseid auf dem Moon Und ich saß da und dachte mir oh je oh je.

00:07:09: Ich glaube alles was alle anderen Leute mit meinem Leben vorhatten wird wohl nix werden weil es gibt eine Erweckung.

00:07:17: Wo gab es das bei dir?

00:07:19: und wenn ja, weißt du sie noch?

00:07:21: Ja.

00:07:22: Also wie jeder kleine Junge wollte ich natürlich erst mal Fußballer werden.

00:07:27: deswegen habe... Warst

00:07:28: du gut?

00:07:29: Ja schon ganz okay!

00:07:31: Also so klassischer Siemer schnell wendig zwar nicht besonders kopfballstark bei einem Meter, thirty-seven Körpergröße aber Das war nur der erste Traum, aber dann habe ich schon relativ schnell gemerkt.

00:07:45: Ich hatte auch so ein kleines körperliches Handicap, dass das eher nix wird und deswegen hab' ich eigentlich mit zwölf schon angefangen spätestens also Ende der Sitzka auf jeden Fall Songs im Radio mitzuschneiden, Mixtapes zu machen und so.

00:07:58: Diese Bewegung, Zeigefinger, Mittelfinger, Play- und Record gleichzeitig.

00:08:05: Genau!

00:08:06: Und...ich hab gemerkt, für Musik total Brenne, dass das so irgendwas mit mir machte sich gar nicht so wirklich checken.

00:08:14: So klein wie ich damals noch war und dann kam da war ich ungefähr so dreizehn vierzehn kam von Visage Fade to Grey raus Und als ich den Song gehört habe und dann in einer der ersten Sendungen die es überhaupt gab in denen Musikvideos liefen Die kam im dritten Programm bei Aschen Rundfunk Habe ich dann auch das Video gesehen Und das war ja für damalige Verhältnisse bahnbrechend, so richtig mit krassen Trickaufnahmen und die Leute wie sie aussahen hier Steve Strange und die Band.

00:08:46: Ähm...und da hatte ich meinen Erweckungsmoment und hab mir gedacht So okay!

00:08:51: Das ist es worauf ich die ganze Zeit schon gewartet habe und es nicht wusste.

00:08:56: Ich hätte das Gefühl dass der Song nur für mich und für niemanden sonst auf der Welt gemacht ist.

00:09:01: Der hat wirklich..der hat mich so berührt und das war der Anfang von allem.

00:09:05: Da hab' ich dann wirklich Wie besessen Erstmal so die ganze Synthie-Pop Geschichte irgendwie durchgearbeitet, bin dann irgendwann mal bei Depeche Mode und Cure und schließe sich bei so goth Sachen gelandet.

00:09:16: Aber das war der Moment da ging alles los?

00:09:21: Das war ne hast du es leidenschaftlich verstanden dass das was ist was dich dein Leben was dich auch trägt so als Mensch oder hat?

00:09:30: war das nur so?

00:09:31: quasi jetzt habe ich was erlebt was ich vorher einfach noch nie erlebt hab.

00:09:36: Also erst mal denkt man so ganz unschuldig, ja das ist doch jetzt ein schönes Hobby sich mit Musik zu beschäftigen.

00:09:41: Das war auch die klassische Bezeichnung für ... wenn man sich für Musik interessiert hat man ein Hobby und bei mir hatte ich aber schon sehr bald das Gefühl dass es mehr ist und ich habe dann auch ganz schnell angefangen, ja so Musikzeitschriften zu lesen selbst für die Schülerzeitung so kleine Artikel zu schreiben.

00:10:00: also die Beschäftigung ging schon sehr früh weit über ein reines Hobby hinaus dass es dann irgendwann mal mein Beruf werden würde.

00:10:07: Das hat lang gedauert, bis ich da so auf den Trichter gekommen bin aber was Musik mit mir gemacht hat war von Anfang an anders als beim Durchschnittelmusik-Konsument.

00:10:20: Nämlich war's!

00:10:22: Dass ich gemerkt habe das... Ich kann mich in die Musik flüchten bereitet mir Freude, die spendet mir Trost je nach Verfassung in der ich bin.

00:10:35: Die rührt mich teilweise zu tränen.

00:10:37: Ich kann Aggressionen abbauen.

00:10:39: also Eigentlich hatte ich permanent einen Therapeuten an meiner Seite in Form von Musik und Naja das Musik Mich so Es ist so einnehmend war und dass sich so alles was in meinem Leben passiert es irgendwie darauf projizieren konnte und immer eine Möglichkeit hatte, mich in diese Welt zu flüchten.

00:11:07: Das war so ein Riesengeschenk für mich vorallem in der Pubertät, wenn man nicht so weiß wohin mit sich und dann gibt es immer Stress mit den Eltern.

00:11:14: und mein Kinderzimmer war in unserem ausgebauten Dachgeschoss und da bin ich nach oben gegangen, hab Kopfhörer aufgesetzt und die Welt war wieder in Ordnung mit einem Schlag.

00:11:23: Wenn du jetzt... Jetzt machen wir einen Riesensprung nämlich zu jetzt!

00:11:27: Wenn du jetz dich mit Musik beschäftigst was du ja immer noch machst.

00:11:32: Und ist es immer noch, hat's das immer noch?

00:11:35: Ja also obwohl ich jetzt ja, hörts, lass mich mal überlegen... Ich habe mit neunzehn angefangen im Radio zu moderieren glaube ich.

00:11:43: Also ich bin.

00:11:44: seit fast vierzig Jahren beschäftige ich mich beruflich mit Musik und trotzdem hat dieses Brennen dafür so dass was mit musik mir macht sich nicht verändert.

00:11:56: also klar ich bin natürlich Fahre so ein bisschen zweigleisig, weil ich mich auch beruflich mit Musikbeschäftige, die privat vielleicht nicht so viel höre.

00:12:07: Also da ist ja quasi eine Professionalisierung kann man sagen?

00:12:11: Man hört dann Songs unter gewissen Kriterien aber trotzdem wenn es um die Quintessenz geht was Musik mit mir macht Dann hat sich in all dieser Zeit nix verändert.

00:12:24: Musik rührt mich immer noch zu.

00:12:25: Drehst

00:12:25: du diese Momente wo du Ich hatte verkürzen so einen Moment, da war ich in Wien in der U-Bahn und hab Kopfhörer drin gehabt.

00:12:35: Und habe gemerkt erzitzt sich da wie mit sechzehn als ich im Bus gesessen bin nach Straubing.

00:12:42: also ich hatte wirklich so ein total... ich habe was Neues gehört, ich kannte das nicht und war total wieder so total on fire.

00:12:52: Also ganzer quasi.

00:12:54: Hast du diese Momente?

00:12:56: Passiert mir aber nicht mehr so oft festgestellt, das ist was man... Was ich mitkriegen muss.

00:13:02: Also ich brauche die Muse dafür.

00:13:03: Ich brauche irgendwie einen komischen Raum wie eine U-Bahn.

00:13:07: Wo ich auch nicht wohne und alles ein bisschen neu ist, wo ich in diesem Jahrzehnte jähriger quasi mich fühle.

00:13:13: Also drumherum brauchst du es auch.

00:13:15: oder hast du so deine Routinen?

00:13:17: Dass du sagst, ich gehe jetzt setz mich hin und höre einfach nur Musik und gehe in alle Emotionen, die da kommen.

00:13:24: Die habe ich, also vielleicht nicht mehr so viele und so oft wie noch vor zwanzig dreißig Jahren.

00:13:31: Aber es ist auch wirklich so dass wenn... Ich höre zum Beispiel beim Sport machen, hör' ich Musik!

00:13:39: Und wenn dann so ganz bestimmte Songs kommen, dann höre ich auf auf dem Haumtrainer zu treten und konzentriere mich vier Minuten lang auf diesen Song.

00:13:49: Manchmal Und eigentlich fast immer, wenn ich Musik höre entstehen halt tausend Bilder in meinem Kopf.

00:13:59: Wenn ich instrumentale Musik höhe dann verbinde ich also diese Musik immer mit den Bildern im meinem Kopf und da entstehen dann so komplette Geschichten.

00:14:07: Und wenn ich musik mit Text höre dann achte ich auf dem text und auch da entsteht dann wieder was draus.

00:14:13: Also ich kann Musik nur schwer so nebenbei hören.

00:14:19: Da ist dann immer volle Konzentration angesagt.

00:14:24: Und wenn dann so Momente kommen, dann weiß ich halt... Ich bin halt immer noch der Nerd, der ich so mit drei, zehn, vierzehn, fünfzehnt, sechzehn war und ich freue mich auch immer wie ein kleines Kind, wenn ich neue Sachen entdecke die mich total vom Hocker hauen und vor allen Dingen wenn ich die vor allem anderen noch entdecken.

00:14:40: Ja,

00:14:40: findest du nicht?

00:14:42: Auch weil wir werden später sicher noch über diese Komplettveränderung von diesem Musikgeschäft reden Von der Herstellung von Musik, von der Adaption vom Musik.

00:14:52: Es hat sich alles komplett verändert.

00:14:55: aber wenn du dir jetzt so anschaust wie du es gerade erzählt hast, hat sich also für dich dein Umgang mit Musik eigentlich nicht verändert.

00:15:07: Für mich privat?

00:15:07: Nee oder nicht?

00:15:09: Okay und wenn du hast du so eine Zeit gehabt wo du so viel Musik um dich rum hattest dass du auch gesagt hast jetzt habe ich keinen Bock mehr auf Mucke

00:15:19: So explizit hab ich das nie gedacht oder gesagt, aber es gab wirklich so um zwei tausend sechs sieben acht neun Um den Dreh.

00:15:31: Da gab's mal eine kleine Delle bei mir.

00:15:33: da habe ich über einen wirklich außergewöhnlich langen Zeitraum nichts gefunden was mich so richtig geflasht hat.

00:15:41: okay Ich

00:15:42: hatte das Gefühl dass sich Gitarrenmusik in die Rock hatte ich ein bisschen über weil nicht mehr ertragen habe, dass mich ständig jemand voll singt und das diese vier Minuten komplett formatiert immer so auf mich zu ballern.

00:15:57: Und hab dann auch immer schon seit Ende der Neunziger Techno- und elektronische Musik gehört.

00:16:06: Trotzdem nur Elektronik zu hören – das hat mir auch nicht getaugt!

00:16:10: Dann kam zum richtigen Zeitpunkt zwei-, drei Alben raus die ich total gefeiert habe ... lieben lassen haben.

00:16:19: Welche waren das, weißt du?

00:16:20: Also es war Untrue des zweiten Albums von Burial und später dann XX, das debut-Album vom VXX... Und das Geheimnis bei beiden Platten war, dass die sich Zeit genommen haben auch mal Stille ertragen haben, auch mal Songs, die sehr lang sind.

00:16:42: Das war vielleicht der Schlüssel, dass es eben nicht klang wie alles andere in den Jahren zuvor und dass man halt einfach mal Mut zur Stille hatte.

00:16:50: Und ab dem Zeitpunkt, da hat sich ja dann auch viel geändert, irgendwann kam der auch dann Streaming auf und so und Social Media und so... Da war genau diese Phase dann endlich abgeschlossen in der ich mir gedacht habe, so richtig geil ist es nicht mehr!

00:17:10: Ich würde jetzt gerne nochmal zurückgehen dahin quasi vom Schellingsalon raus.

00:17:14: Gehst du zum Bahnhof fast nach Köln?

00:17:18: Das war damals eine Revolution.

00:17:23: Es war die Vermischung aus Ton und Bild.

00:17:29: Man hatte plötzlich nicht nur diesen Song, sondern ... Also man konnte sich seine Bilder eigentlich nicht mehr nur selber machen, sondern plötzlich gab es ein vorgefertigtes Bild das aber wieder neue Bilder produziert hat.

00:17:42: Für mich war's zumindest so.

00:17:43: Die ersten wirklichen Videos die einem geflasht haben, die weiß ich heute noch wie sie

00:17:49: gehen.

00:17:49: Was war alles bei

00:17:49: dir?

00:17:49: Sledgehammer zum Beispiel ist der Video, obwohl ich wahnsinnig schlecht bin in sowas, aber ich könnte wahrscheinlich jeden fünften sechsten frame kann ich dir ungefähr sagen was da vorkommt.

00:18:00: oder natürlich Thriller weiß ich noch genau diese Diese Premiere, wo dann wirklich die halbe Welt stillgestanden ist.

00:18:06: Weil dieses vierzehn Minutenwerk irgendwie das erste Mal gezeigt wurde.

00:18:10: Gab

00:18:10: es eine Sondersendung?

00:18:11: Ja genau!

00:18:12: Oder was für mich auch eines der... Der krasseste Musikvideo ist, obwohl ich es eben kurz mal wieder gesehen habe und mir gedacht hab, boah, das ist schon echt ganz schön auf die Mütze.

00:18:22: Das ist November Rain von Guns N' Roses.

00:18:25: Oh ja?

00:18:25: Dieses mit der Kirche und dem Slashtier, das is solo-Spiel also völlig drüber von allem was eigentlich geht.

00:18:32: Die

00:18:32: Neunziger, da ging's

00:18:33: doch.

00:18:34: Aber da hat man das so... Also sprich du bist da rein und hast nicht nur Konsument oder einer der in Zeitschriften drüber geschrieben hat sondern du hast jetzt moderiert, hast einen Style für dich entdecken müssen wie man das macht.

00:18:52: Hast du da Vorbilder gehabt eigentlich?

00:18:53: Passt du so in diesen?

00:18:55: damals war ja England wahrscheinlich am meisten voran dran mit diesen Dingen?

00:19:00: Hast du das viel geschaut vorher und warst du da drin oder hast du dir das...

00:19:05: Ich hatte erst ab fourneunzig Kabelfernsehen in meiner Wohnung und da habe ich dann aber gleich von null auf hundert MTV gesuchtet Und fand da Ray Cokes natürlich super, wie so alle Steve Blame aber MTV News Paul King und ich fand dabei MTV als Gesamtkunstwerk einfach sehr inspirierend.

00:19:27: Da hatte ich wirklich schon ein Jahr lang MTV geguckt und habe immer noch nicht im Traum daran gedacht dass ich sowas auch mal machen könnte von der Kamera stehen und über Musik reden.

00:19:36: für mich war das vollkommen okay in Print zu sein und davor war ja auch schon ein paar Jahre beim Radio Und das hat mich total ausgefüllt, da über Musik zu reden und zu schreiben.

00:19:49: Dass ich dann vor einer Kamera gelandet bin, das war ja mehr oder weniger ... Wie soll ich es beschreiben?

00:19:55: Ich hab halt meine Sachen geschrieben beim Metal Hammer.

00:19:58: Der Metal Hammer hatte eine Kooperation für die Mittelsendung mit Viva.

00:20:03: Dann haben die irgendwann einen neuen Moderator gesucht, den sind mein Artikel aufgefallen... ob ich nicht das, was ich damals so schreibe mal von der Kamera erzählen möchte.

00:20:14: Und dann habe ich gesagt, ja weiß nicht.

00:20:15: also bin eigentlich ganz froh hier und auch ganz happy damit dass die Leute meinen Gesicht nicht kennen.

00:20:22: Dann meinten sie ja probier's einfach mal aus wenn es gefällt, dann reden wir da nochmal drüber.

00:20:27: Wenn nicht, dann hast du es wenigstens mal ausprobiert!

00:20:29: Und dann hab' ich das halt gemacht und mich vor einer Kamera gestellt.

00:20:32: Ich hab mich selber gewundert, wie leicht mir das gefallen ist.

00:20:37: Da hat die Radio-Erfahrung natürlich viel geholfen und auch der Umstand dass ich mich eben nicht verstellen musste von der Kamera.

00:20:44: also ich war so ein bisschen in meinem natürlichen Habitat, ich konnte über Rockmusik oder Metal reden da muss ich mir noch nicht mal irgendwie Texte schreiben dafür, da konnte ich einfach aus der Hüfte raus irgendwas erzählen Und

00:20:55: es war allgemein halt eine Aufbruchszeit?

00:20:57: So eine schwere Professionalisierung schon drauf lag auf dem ganzen Ding, oder?

00:21:02: Das ist glaube ich schon ein Punkt.

00:21:04: Man konnte einfach so sein wie man isst vor einer Kamera und das hat mir sehr geholfen dass es da eben nicht schon so ne gewisse Vorformatierung gab.

00:21:14: Wie muss man sich hinstellen Was darf man nicht sagen was muss man sagen gar nix.

00:21:19: Und die haben mich einfach von der Kamera geschoben.

00:21:21: und dann jetzt erzähl mal Das habe ich dann gemacht und im Prinzip mache ich das bis heute Dass ich einfach vor einer Kamer Ich selbst bin.

00:21:30: Das ist ein Riesengeschenk, dass ich das in all den Jahren auch sein durfte und damals war es halt so... ...dass ich mir gedacht habe, das ist ja geil!

00:21:38: Jetzt muss ich nicht mehr umständlich tippen weil ich konnte nur mit zwei Fingern tippe.

00:21:41: Da erzähle ich jetzt einfach eine Kamera

00:21:43: raus.

00:21:43: Ja genau.

00:21:44: Es ist weg.

00:21:45: Aber das hat ja bestimmt dein Leben total verändert oder?

00:21:51: Also du sagst ja selber, du warst eigentlich jemand... Ich finde dich heute noch so.

00:21:58: was eher selten ist in diesem Präsentationsgewerbe, gibt's jetzt nicht so viel die... ...so... ...unn... ja.

00:22:07: Die nicht so auf die Kacke hauen.

00:22:09: Du bist einfach jemand der immer gleich entspannt wirkt zumindest.

00:22:14: Also man hat mit dir das Gefühl, dass das Ego dich da hingetrieben hat, glaub ich.

00:22:18: Das will ich sagen.

00:22:20: Aber es hat aber doch dann dein Leben radikal verändert.

00:22:23: Auf einmal kannte dich ja jeder!

00:22:25: Das ging ja total schnell Oder zumindest erst mal in der Mittelszene und dann spielt er natürlich.

00:22:30: Das war vielleicht entscheidend, dass ich nicht sofort von null auf hundert im Mainstream für hundertfünfhunderttausend Leute oder noch mehr moderiert habe sondern das sich mit einem Genre Magazin anfangen konnte.

00:22:43: Und Metal ja.

00:22:45: also die Szene ist schon relativ groß.

00:22:47: allerdings reden wir halt über eine nicht kommerzielle Musik d.h.

00:22:51: Die Leute die sich für Metal interessieren metal hören das sind Musik-Fans genauso wie ich einer bin und deswegen hat das nicht so dieses von oben nach unten, sondern es passiert alles auf Augenhöhe.

00:23:05: Und deswegen hatte ich auch überhaupt nicht das Gefühl dass ich da jetzt nur weil ich im Fernsehen bin plötzlich auf einem anderen Level bin.

00:23:14: gar nicht.

00:23:15: wenn mich die Leute erkannt haben ging's eigentlich in den Gesprächen immer um Musik und ich konnte mich ja so langsam erst bis zu MTV vorarbeiten, weil habe ich erst mal zwei Jahre diese Metal-Sendung gemacht.

00:23:29: Da bin ich zu Viva II gewechselt auch sehr, sehr undergroundig und hab da einen Indie-Rock-Magazin gemacht.

00:23:34: Auch für eine sehr überschaubare Klientel auch alles Musikfans.

00:23:38: Das heißt die Leute, die mich da zur Notiz genommen haben von mir selbst wenn ich draußen unterwegs war... ging immer Musik, da wollte nie jemand einfach nur ein Selfie, weil ich im Fernsehen bin oder so.

00:23:50: Oder ein Autogramm.

00:23:52: Die wollten alle über Musik reden und dann hat ... als ich zweitausend zu MTV gekommen bin, da war es schon ... Da ging's dann schon schnell also nicht von heute auf morgen das halt wirklich alle mich erkannt haben.

00:24:07: Alle zwischen vierzehn-undvierzig.

00:24:10: Weil dieses Jahr wirklich alle geguckt haben.

00:24:12: MTV Gut, ich hatte da schon fünf Jahre Vorlauf im Fernsehen.

00:24:17: Konnte mich so ein bisschen dran gewöhnen, dass mein Gesicht bekannt ist.

00:24:23: aber nachdem ich das erste Jahr bei MTV war und dann gab es auch noch eine Riesenkampagne zu den MTV News, bundesweite Bauzaunplakatierung und Fernsehspots alles mögliche hier und da... Das hat schon einen krassen Boost gegeben.

00:24:42: Der Herr hat mich eine Ex-Freundin, er hat mir geschrieben.

00:24:46: Er ging es nicht so so hundertprozentig super auseinander und dann hat sich gemeint du jetzt langsamer langsam ich muss

00:24:53: jeden

00:24:54: Tag schaue vom Frühstück aus rüber zum Bau zusammen musst deine Fresse sehen.

00:24:59: Ja sorry aber das war schon krass dass er halt jetzt plötzlich auch Leute, die sich nicht vordergründig eben für Musik interessieren.

00:25:10: Sondern für die erst mal es darum geht dass da jemand prominenter aus dem Fernsehen ist.

00:25:15: und dann gab's Zeiten der sind mir Schulklassen gefolgt wenn die mich in der Stadt erkannt haben.

00:25:22: Und ich wollte halt einfach nur irgendwo reingehen, mal schnell Hose und Socken kaufen und dann sind sie mir halt nach und ich bin mit dem Zeug in die Umkleidekabine.

00:25:31: Und weil ich mich da nicht richtig gesehen habe, dann bin ich raus und hab da mir einen Spiegel geguckt um zu schauen wie die Hose sitzt.

00:25:38: Die war viel zu lang, sah komplett scheiße aus... ...und dann hab' ich halt strumpfsackert mit viel zu lange schlecht-sitzender Hose erst mal dreißig Fotos gemacht.

00:25:47: Ich weiß aber wahrscheinlich schon wieder ein Style-Ikone durchgegangen.

00:25:51: Das brauche ich jetzt auch!

00:25:53: Braucht es auch diese Scheißhose?

00:25:57: Krasse ist ja, dass genau die Jahre, die du jetzt ansprichst.

00:26:00: Also so der Millenniumwechsel quasi war ja der totale Hype eben von MTV.

00:26:06: Es war der totale Hype von Popmusik allgemein also so dieses.

00:26:12: plötzlich wurde das ein Ja wirklich also das eigentlich was pop ist nämlich richtig groß richtig immer da Richtig für alle wichtig.

00:26:23: und Was ich mich mache mal frag weil wir jetzt wo ganz wo anders so sind mit diesem Business, hat irgendjemand damals eigentlich mal drüber gereden und gesagt hey ich glaub das ist jetzt nur ein paar Jahre so.

00:26:37: Und dann wird es auch vorbei sein.

00:26:38: oder war das so ein Grundgefühl?

00:26:42: So ist es jetzt und so bleibt es jetzt!

00:26:43: Weil das ist ja schon erstaunlich dass es seit einfach wirklich weg ist.

00:26:48: Ja sehr gute Frage.

00:26:51: also ich glaube auf dem Zenit des Ganzen da würde Musikfernsehen, die fettersten Jahre.

00:26:59: Sagen wir mal.

00:27:00: Fünfundneinzig bis zwei tausend sechs sieben so um den Dreh.

00:27:04: Die

00:27:05: zehn Jahre ja.

00:27:05: Die gut zehn Jahre ich glaube alle die da beteiligt waren aktiv oder auch nicht aktiv dachten eine Zeit lang schon das geht für immer so weiter dann scheidet man irgendwann als Altersgründen aus aber so Dann reiten andere die Welle.

00:27:23: Aber Man konnte sich eine Zeit lang glaube ich gar nicht vorstellen, dass sich die Musikindustrie und überhaupt Medien so krass verändern.

00:27:32: Das hat irgendwann mal Endegelände waren.

00:27:36: Wobei also man hat dann schon als dieses Internet kam.

00:27:45: Dieses Internet?

00:27:46: Ja!

00:27:46: Das ist ja immer noch da.

00:27:50: Aber das kann man sich auch nicht vorstellen, dass es vielleicht irgendwann wieder weg ist?

00:27:53: Nee,

00:27:53: gleiches Ding

00:27:54: also.

00:27:54: Kann aber auch sein!

00:27:55: Könnte theoretisch auch sein.

00:27:56: und dann gibt's neuen heißen Scheiß... ...aber da wusste man schon okay jetzt kommt da dieses YouTube und jetzt haben die Leute allmähig die Möglichkeit so auf ruckelfreien Internet empfangen und...

00:28:10: Niemals sechsundfünfzig Kar Modem

00:28:15: Da war schon klar, dass wenn man Musikvideos, twenty four seven gucken kann und auch die, die man möchte.

00:28:23: Das könnte irgendwann mal Auswirkungen haben.

00:28:25: Aber erstaunlich ist doch ... Weil das kann man so sehen weil man es jetzt weiß wie's ausgegangen ist.

00:28:31: auf der anderen Seite denke ich mir natürlich is aber Fernsehen als grundsätzlich ist ja auch noch da.

00:28:38: also gibt´s ja auch die Möglichkeit Mediathek zu... Es gibt alles mögliche an.

00:28:44: Ja, da braucht man auch keinen Moderator eigentlich mehr und trotzdem braucht es irgendwie diesen Bezug scheinbar für viele Menschen noch.

00:28:50: Dass da einer steht und mir das erzählt oder eine Game Show machte oder was er sich ein Quiz... Aber bei diesem Musikfernsehen war's dann irgendwann so okay ich brauche euch Leute gar nicht.

00:29:01: genau das was nämlich du gerade beschrieben hast dass ist.

00:29:05: Für mich zum Beispiel war das so, dass wenn ich mir Musikshows angeschaut habe bei MTV dann waren da Typen die haben sich wo ausgekannt.

00:29:13: Wo ich mich vielleicht gar nicht so ausgekannt hab und der war für mich total wichtig.

00:29:18: Und dass man darauf verzichtet hat, dass man gesagt hat nee egal ich brauche auch keine Expertise mehr in Sachen Musik Ich mache das jetzt einfach selber mit meinem YouTube geklicken Das verstehe ich tatsächlich bis heute nicht.

00:29:31: Ja Das ist so dieser krasse Wandel der Zeit, dass man Dinge jetzt ganz anders konsumiert viel schneller und ohne einen Überbau.

00:29:42: Sondern du bist im Prinzip so dein eigenes kleines Medienunternehmen und der Algorithmus kuratiert das für dich.

00:29:50: Ja.

00:29:51: Das konnte man sich eine Zeit lang wirklich nicht vorstellen, dass es irgendwann mal dazu kommen würde...

00:29:57: Was mich interessiert, woran glaubst Du?

00:29:58: Dass es liegt, Auf was ich raus will, ist die Musik als solches einfach so stark.

00:30:05: Das wäre ja der positive Ansatz, dass man sagt Hauptsache das bleibt mir und es gewinnt quasi die Musik gegen die Vermittlung.

00:30:14: Ist es deswegen so passiert?

00:30:16: oder ist es so passiert weil sich das auch irgendwie tot gelaufen hat?

00:30:23: Ich finde, es gab ja so einen Moment beim Musikfernsehen wo dann alles erzählt war.

00:30:28: Es hat jeder Guss wie ein Nightliner von innen ausschaut weil's diese Musik-Dokus gab wo jetzt plötzlich jeder Gust hat Wie leben Stars?

00:30:35: Wie steigen da so'n Nightliner aus?

00:30:36: Ja!

00:30:36: Es war die ganze Magie des Drumherums quasi das Rockstarlebens war erzählt und jeder wusste das.

00:30:44: Und kann es sein dass... praktisch kulturhistorisch, einfach an einem Punkt war.

00:30:49: Dann hat man gesagt jetzt wissen wir alles.

00:30:51: dann gab es auch noch diese... wie die dann gewohnt haben weiß ich noch, wie ist diese Sendung glaube ich?

00:30:58: Grips?

00:30:58: Gribs genau!

00:31:00: Also das war so alles durch erzählt.

00:31:02: Das ist dann vielleicht fast logischerweise wieder zurückgefallen ist nur auf die Musik und ein eigenes Medienunternehmen wie du's beschreibst.

00:31:10: Naja ich glaube dass es so eine Mischung aus mehreren Dingen war.

00:31:15: zum einen Klar ist bestimmt was dran, dass einfach Sachen auserzählt waren.

00:31:21: Und das dann so einhergehen mit den technologischen Veränderungen hat dazu geführt, dass der Musikfernsehen hatte ebenso dieses popkulturelle zeitlich begrenzte Fenster und da war dann relativ schnell klar Ein Auslaufenmodell ist, dass die Gesellschaft und auch die Musikszene sich in eine Richtung entwickelt.

00:31:49: Da hat dann ein Musikfernsehen in der Klassenform einfach keinen Platz mehr interessiert, auch kein mehr.

00:31:53: Findest du es eigentlich schade?

00:31:56: Also das es das so nicht mehr gibt?

00:31:59: Ich bin grundsätzlich immer schon mein ganzes Leben lang vorwärtsdenkender Mensch gewesen und ich begrüße neue Dinge ganz grundsätzlich.

00:32:10: erstmal und was Musikfernsehen betrifft.

00:32:12: Also ich... Ich find's nicht traurig, dass es das nicht mehr gibt.

00:32:16: Ich hab vielmehr eine große Dankbarkeit dafür, dass sich die prägenden Jahre des Musikfernsehens aktiv erleben und mitgestalten durfte.

00:32:29: Was ich wenn ich überhaupt irgendwas schade finde und also das soll jetzt um Gottes Willen nicht kulturpersimistisch klingen aber ich stelle fest Musik ganz generell an Wert verloren

00:32:43: hat.

00:32:44: Das finde ich schade, also ich stelle zunehmend fest das es nicht mehr so wirklich interessant ist wer hinter dieser Musik steht.

00:32:53: die muss mir nur eine gute Zeit verschaffen und also ich entscheide mich für irgendeine Playlist.

00:32:58: wenn da was Geiles kommt dann höre ich mir das an aber bitte schön dann muss diese Song auch nach spätestens drei Sekunden zur Sache kommen und nicht irgendwie zwei Minuten mit irgendeinem Nervenintro mir die Zeit stehlen.

00:33:08: Mit Musik

00:33:09: nämlich?

00:33:09: Ja, mit Musik nämlich!

00:33:12: Das ist ja auch vollkommen in Ordnung.

00:33:14: wenn man für sich beschlossen hat das einem das reicht wer bin ich mich dann dahin zu stellen und zu sagen nee es reicht nicht.

00:33:24: aber trotzdem darf ich's schade finden dass Musik eher so sehr schablonhaft geworden ist inzwischen.

00:33:31: also ich rede jetzt hier total von Mainstream und Charts.

00:33:36: Dass es Gegenbewegungen gibt, dass es nach wie vor ganz viele tolle Alternativen gibt vollkommen klar.

00:33:42: aber jetzt mal so

00:33:44: generell

00:33:45: eine Beobachtung die ich gemacht habe ist das nicht nur Musik sondern Kunst, Kultur scheint immer weniger wert zu sein.

00:33:55: Ich finde da gerade ein neues Album wenn man das macht

00:34:01: Album, da geht's doch schon los.

00:34:02: Ja es ist wahrscheinlich das letzte Album der sich machen werde in meinem Leben.

00:34:06: was ein komisches Gefühl ist weil ich habe schon echt viele gemacht waren immer den Vorgang quasi des Heiligtum meines Künstler daseins.

00:34:16: dass ich irgendwie einen Zeitraum meines Schaffens und man also die Wellenbewegung von Kreativität in einem Werk packe und sagt das ist jetzt quasi die letzten eineinhalb Jahre oder zwei Jahre Gebe ich jetzt, stelle ich zur Disposition.

00:34:32: Und da ist eben alles drin und man erzählt doch eine kleine Geschichte zumindest seine Geschichte in diesen zehn elf zwölf dreizehn Liedeln keine Ahnung.

00:34:40: Und dass ich feststelle das ist auch eine Kultur pessimistisch.

00:34:44: aber es ist einfach ein Tatsache, dass dieses all diese Investitionen man geht in der Studium macht mit dem gleichen Aufwand wie vor zwanzig Jahren und weiß aber vorher schon ein Marketingprodukt ist und kein Geschäftsmodell quasi.

00:35:03: Und das ist total seltsam, dass man vorher schon weiß, dass es gar nicht mehr geht.

00:35:10: Also selbst wenn du richtig drin im Business und groß bist und jeder kennt dich, ist es fast nicht möglich, das zu refinanzieren quasi.

00:35:21: Das sage ich jetzt nicht wegen der Kohle sondern weil hinter diesem Geld- und diesem Einsatz steckt ja einen Wert.

00:35:27: Und da habe ich das Gefühl, denn der interessiert wirklich jetzt mal nicht mehr viel Leute.

00:35:34: Sondern es ist halt da weil es ist eh soviel da.

00:35:37: bitteschön wenn du auch etwas zu beitragen möchtest zu den hundert Milliarden Kilobyte irgendwie bei Spotify lagern dann tu's halt.

00:35:45: aber ich erkenne den als Konsument quasi.

00:35:48: den Wert gar nicht mehr interessiert mich nicht mehr.

00:35:52: Ich muss jetzt gerade also vorhin hatte ich daran gedacht dass wir über die Hochzeiten das Musikfernsehen gesprochen haben, musste sich an der Erlebnisse denken und zwar gab es ja in Köln die legendäre Pop-Kom.

00:36:04: Da war ich natürlich mal oder immer wieder mal und da ist mir ein Erlebnis gehabt und zwar bin ich zu dem Aufzug in diesem Hotel, wo alle waren.

00:36:13: Das war glaube ich das Heid?

00:36:16: Genau!

00:36:17: Und dann waren dann natürlich alle... Ich war wahnsinnig aufgeregt weil ständig irgendwelche Stars meines Lebens völlig normal beim Frühstücken waren oder so.

00:36:28: Und dann war das die Zeit, wo die Hard Rock Band Metallica ihren Look verändert hatte.

00:36:35: Wenn du dich erinnern kannst.

00:36:36: Ja mit Anzügen

00:36:37: und kurze Haare.

00:36:38: Genau auf diese schwarzen Klamotten und kurzer Haare!

00:36:41: Das war genau die Zeit wo dieses erste Mal quasi auf Welttournee oder auf Promo Tour gingen mit diesem neuen Look.

00:36:49: Und ich stand in dem Halt unten am Aufzug und rufe den Aufzug, der kommt runter und die Tür geht auf und es steht in dem Aufzug komplett versammelt Metallica im neuen Look und stehen da vor mir.

00:37:01: und ich habe wirklich gedacht mich trifft der Schlag.

00:37:04: Ich hab gedacht das war's jetzt!

00:37:05: Ich falle jetzt einfach tot um, ich kann nicht sagen was.

00:37:08: Das war so ein Impact-Erlebnis für mich schon mit Stars, also ein eigener Boulevard-Erlebnis.

00:37:16: Aber es hat mich trotzdem total umgewuchtet.

00:37:19: so und das stelle ich fest, dass ich glaube, dass dieses Erlebnis mich total geprägt hat in meinem Leben oder viele dieser Erlebnisse, dass ist immer so Rollmodels wird man halt sagen, gab.

00:37:36: Wo man so gedacht hat, wo man selber nur nicht fertig war mit sich, so will ich mal sein und so ähnlich will ich sein.

00:37:45: Du hast die alle kennengelernt?

00:37:46: Ich weiß nicht wie viel Interviews du gegeben hast oder auch aber gemacht hast also geführt hast.

00:37:54: Hast du selber auch so ein Erlebnis gehabt wo du so einen Impact verspürt hast?

00:38:00: von jetzt erlebe ich gerade in meinem Leben was wirklich komplett besonderes.

00:38:05: Oder war das durch dieses Musikjournalisten Leben, hat sich das nur potenziert bis halt irgendwann dann auch Michael Jackson war?

00:38:13: Aber die Metal-Bands waren auch schon geil!

00:38:17: Also man kam quasi nicht in diesem, dieses Erlebnis wie ich jetzt vor der Aufzugsdürre.

00:38:21: Erstaunlicherweise habe ich meine größten Helden also sprich Depeche Mode Robert Smith The Cure New Order Wen noch?

00:38:35: Naja, in die Cave natürlich.

00:38:37: Also die, die ich schon seit Anfang Mitte der Achtziger gehört habe und wo ich eben totaler Fan war, die hab' ich alle.

00:38:44: erst an einem relativ späten Punkt getroffen also Depeche Mode hab' Ich das erste Mal zweitausend einen Interview Robert Smith auch da war ja so ein Weilchen im Geschäft Und trotzdem war ich vor diesen Begegnungen wahnsinnig aufgeregt.

00:38:57: Also viel mehr als für allen anderen Interviews Die ich mit Leuten geführt hab', deren Musik mir so nicht so viel bedeutet.

00:39:04: Sie als Menschen und da war ich dann deswegen so aufgeregt, weil ich Schiss hatte dass aus irgendwelchen Gründen das Interview in die Binsen geht.

00:39:11: Achso?

00:39:11: Ich dachte, dass sich so ein Bild zerstört.

00:39:17: Damit

00:39:18: ist es dann zerstörd!

00:39:21: Genau

00:39:21: also wenn... Es kann ja viele Gründe haben, warum ein Interview nicht so gut läuft, die am schlechten Tag, ich stelle beschlossene Fragen oder genau wie du meinst Man hat da ja sowas reinprojiziert in all diesen Jahrzehnten.

00:39:35: Und wenn dann sich rausstellen sollte aus welchen Gründen auch immer, dass du ein vollkommen falsches Bild hattest und das die irgendwie nicht nett sind, dann wüsste ich nicht ob ich dann die Platten noch mit der gleichen Freude hören könnte?

00:39:52: Dann war es aber in allen genannten Fällen so, dass sie noch viel cooler waren und noch viel netter Alles noch viel besser lief, als ich mir das erträumt hatte.

00:40:04: Das ist halt

00:40:05: super schön!

00:40:05: Also wenn ein Robert Smith nach einem einstündigen Interview so richtig fest umarmt und dann zu einem sagt es war toll.

00:40:16: also ich bin da wirklich so wochenlang mit dem Dauerstrahlen durch die Gegend gelaufen.

00:40:23: Da hatte ich eben auch wahnsinniges Glück, dass halt speziell diese Interviews vor denen ich so Schiss hatte dann so gut gelaufen sind durch die Bank.

00:40:31: Du hast ja ein... Ich weiß nicht ob es sogar mehrere Bücher gibt aber zumindest eins kenne ich über Depeche Mode und da hab' ich wusste immer das du großer Fan bist von der Band.

00:40:43: Aber woher kommt dieses... ist das so ein Journalismus gehen?

00:40:49: Das in dir war mehr der Journalist oder mehr der Fan der quasi, der alles wissen wollte über diese Band?

00:40:56: oder was hat sich's ergeben?

00:40:59: Es ist so eine Mischung aus beiden glaube ich.

00:41:01: Also als ich die Band das erste Mal in der Viewt habe war ich ja schon mal auf fünfzehn Jahre Fan und wusste sehr viel über die.

00:41:11: also ich wusste über die soviel wie ich selber weiß komplett lückenlos.

00:41:17: und dieses Fundament Dass man eben so viel weiß, ist erstmal super für ein Interview.

00:41:23: Weil die können dir kaum Sachen erzählen, die du nur nicht weißt.

00:41:27: Theoretisch!

00:41:28: Das heißt... Du bist hier auf sehr, sehr sicherem Terrain.

00:41:32: Auf der anderen Seite willst du dich natürlich als gestandener Musikjournalist nicht als Fan outen sondern ja auch vernünftige Fragen stellen vielleicht Dinge rauskriegen, die noch nicht alle wissen.

00:41:45: Dafür war es aber ganz gut, so diese Grundlage als Hardcore-Fan zu haben und dann einfach mal die Sachen zu fragen.

00:41:52: Die mich privat interessieren Und da kann man schwer davon ausgehen dass die viele andere Fans auch interessiert und das man dann halt so eine andere Ebene noch erreicht über das bloße journalistische hinaus Auch noch so eine tiefere Ebene weil man eben auch Ganz groß gefühlt hat schon zu diesen Songs und sich ganz viel schon dazu gedacht hat.

00:42:16: dann fragt man halt einfach mal so, ob das halbwegs plausibel ist was man sich dazu gedacht hat.

00:42:22: Und das macht da ein ganz ganz großes Spaß wenn man als Journalist und Fan in Personalunion dahingeht und am Ende unterm Strich dann genau das bleibt, dass man sich so bisschen erhofft hat.

00:42:36: Aber ist es nicht sogar noch auf der menschlichen Entwicklungsebene von einem selber jetzt mal völlig losgelöst, von diesem Beruf und dem Fan sein.

00:42:48: Nicht eine tolle Erfahrung dass man merkt so seine Gefühlswelt und seine Bilder die man da eben produziert hat schon seit zu langer Zeit.

00:42:57: Dass sie stimmen.

00:42:58: also das heißt es quasi dass wir selber auch stimmt?

00:43:03: Ja ich weiß gar nicht ob ich soweit gegangen bin mit das explizit zu denken aber Du merkst natürlich so von innen heraus, dass...

00:43:13: Du bist da richtig zumindest

00:43:15: oder?

00:43:15: Ja genau.

00:43:16: Also das auch in der Rückschau alles Sinn ergibt.

00:43:21: So dass man ohne das zu wissen irgendwie auf der richtigen Pferde war.

00:43:26: und wenn mein Leben hätte sich in so viele andere Richtungen entwickeln können, wenn es diesen Erweckungsmoment mit Visage nicht gegeben hätte vielleicht wenn ich auch in einer Großstadt groß geworden wäre und eben nicht in Manching So vieles hat sich daraus entwickelt, weil ich halt schon sehr früh anders aussah als die anderen Kids im Dorf und entsprechend auch meinen Platz erst mal finden musste.

00:43:50: Und den dann auch verteidigen.

00:43:51: Weil wenn man so ausstand auf dem Dorf weiß der selber?

00:43:54: Da wird nicht lange gefragt da gibt es ja dann so als Ausdruck von Intoleranz oder Barbarei direkt dann ja aufs Maul und das ist passiert!

00:44:01: Und trotzdem möchte ich meine Kindheit und Jugend in manchen nicht missen.

00:44:05: aber ich habe eben schon sehr gelernt, für Dinge einzustehen die mir wichtig sind.

00:44:10: Und ich werde in dem Zusammenhang auch nie vergessen was meine Eltern mal zu mir gesagt haben.

00:44:15: das war an den Punkt da hatten sie es wirklich nicht leicht mit mir.

00:44:18: also da sah ich wie mein Vater gesagt hätte du schaust ja total verboten aus.

00:44:23: Also wirklich halt so goth volles Rohr auch mit Ketten und dann hatte ich so einen skilitierten Katzenschädel noch umhängen

00:44:30: und

00:44:31: war geschminkt und weiß was ich... und es gab halt ganz viele Gerüchte in Dorf.

00:44:34: Ich war ja auch noch Ministrant Und dann hieß es halt immer mal der Kafka Markus, der klaut die Horstchen aus dem Tabernakel und übernachtet auf den Friedhof und gräbt Tote aus.

00:44:44: Und die Katze um seinem Kopf hat er selber umgebracht.

00:44:49: Das wurde natürlich alles an meine Eltern rangetragen.

00:44:51: Die sind bekannt wie bunte Hunde im Ort und waren in Vereinen im Kirchenkorn so weiter.

00:44:56: Die mussten sich das alles anhören und es gab viele Krisengespräche abends am Küchentisch.

00:45:02: Und an irgendeinem Punkt, ich weiß nicht ob es aus Verzweiflung war oder ob's aus Überzeugung war, hat mein Papa gesagt so, ja dem ich mal wieder ein blaues Auge hatte nach einem Schwinger in der Dorftisko.

00:45:16: Hat er gemeint weißt Markus mir gefällt auch nicht wie du ausschaust und wie die Leute im Dorf reden aber wenn du da so viel in Kauf nimmst dafür dann scheint dir das irgendwie wichtig zu sein dir nicht verbieten, sondern wir vertrauen dir.

00:45:34: Mach das wie du denkst und das fand ich so groß von meinen Eltern.

00:45:38: Mir hat ein bisschen gehofft dass sich in der Schule relativ gut war wenn da die Noten gelitten hätten.

00:45:45: andere Nummer.

00:45:46: Ich habe auch kein Alkohol getrunken, ich gerauchte Drogen sowieso nicht.

00:45:50: Das sind Dinge... Die haben meine Eltern sehr wohl zur Kenntnis genommen.

00:45:53: aber trotzdem hatten sie einen Sohn der so aussehen würde, den das ganze Dorf redet hingenommen und sogar gesagt, das erkannt.

00:46:03: Das ist mir wichtig zu sein scheint und dass ich deswegen nicht gegen sie mich so verhalte sondern für mich und das war wirklich

00:46:11: groß.

00:46:11: Aber das ist ja auch selten oder?

00:46:14: Glaub ich auch!

00:46:15: Dass es so abläuft vor allem mit dieser wie ich finde wahnsinnig schönen Erkenntnis von deinem Vater, dass er sagt, wer dem das so viel der so viel aushalten muss und das trotzdem macht, den muss es was bedeuten.

00:46:28: Also... Das finde ich schon stark!

00:46:30: Ja, total.

00:46:31: Jetzt habe ich dich viele Jahre später, jetzt machen wir einen Sprung, habe ich dir jetzt DJ erlebt.

00:46:39: Ich glaube, es war ein Ingolstadt tatsächlich.

00:46:41: Und hab da quasi erst mitbekommen dass du elektronische Musik auflegst Für mich eine andere Erzählung, dass man Akkus Kafka gab.

00:46:55: So was war es.

00:46:56: Eine war der, sag ich mal, der Metal Man oder auch Goth und Depeche Mode hab' ich immer mit dir verbunden.

00:47:02: dann dieser Moderator... Und dann diese... Wusstest du schon, dass du immer aufgelegt hast?

00:47:07: Aber das ist so.

00:47:08: dieses Elektro-Ding war... Das wusste ich nicht, habe ich irgendwie nicht mitgekriegt!

00:47:13: Und dann stand ich da und hatte einen guten Abend und hab' dann so überlegt ob das so für jemand, der so gestrickt ist wie du als Persönlichkeit genau das Richtige ist weil es nämlich die richtige Mischung ist aus in Musik sein können und trotzdem Performer sein.

00:47:34: Also es geht um die Musik aber ein bisschen auch um dich Aber nicht zu viel Ist dieser Eindruck wenn du das hörst wenn ich jetzt sage dass du sagst ja so ähnlich empfindest oder sagst Nee, darüber machen wir gar keine Gedanken.

00:47:52: Ich mach das halt gern!

00:47:53: Weil ich fand es total stimmig plötzlich.

00:47:57: Ja?

00:47:58: Also ich bin definitiv...ich mache das so gerne weil ich da in der Musik drin bin.

00:48:03: Ich bin mehr in der Musik drin als ich performe.

00:48:06: also ich bin nicht der große Showman beim Auflegen.

00:48:11: Aber

00:48:11: du hast ein Glück in deinen Augen.

00:48:13: Das ist mir aufgefallen, wenn du siehst dass das funktioniert.

00:48:17: Ja total!

00:48:18: Du schaust dann so richtig wie mit... Wie mit Sechzehn?

00:48:22: Ja weil also ich meine worüber legen wir beim Auflegen?

00:48:26: Es ist ja egal ob man dann so Indirock DJ oder eben Techno DJ aber du spielst In einer sehr ordentlichen Lautstärke so laut wie du zu Hause nie machen kannst Spielst du dir erstmal deine eigenen Lieblingssongs vor Und wenn dann andere Leute, die auch noch gut finden.

00:48:42: Ja aber Schöneres gibt's ja gar nicht und das macht mich immer noch sehr glücklich und ich lege immer noch regelmäßig auf bin aber ganz froh dass sich das jetzt regelmäßig.

00:48:51: zusammen mit meiner Frau barbett mach diese mich eine wahnsinnige performat in.

00:48:55: die kann wunderschön tanzen und Das animiert die leute auf einer art und weise das hätte ich vorher gar nicht für möglich gehalten.

00:49:00: wenn wir im duo auftreten Ich dann eher so der nerd der dann so über den player gebeugt ist immer eh nicht lange überlegt, was als nächstes spielt.

00:49:10: Echt?

00:49:10: Machst du?

00:49:11: Ja ja!

00:49:13: Und also klar... Also man will ja auch eine Geschichte erzählen und die Leute so ein bisschen an die Hand nehmen und ich finde es extrem wichtig dass man sich so ohne Sinn und Verstand einen Track nach dem anderen rausballert.

00:49:26: Und meine Frau ist wirklich ne große Performerin und

00:49:32: die

00:49:33: unterstützt die Musik durch ihren Tanz auf genau richtige Art und Weise.

00:49:40: Wir legen dann Back-to-Back auf, wenn sie ihren Track spielt, dann tanze ich halt lang nicht so geil wie Sie!

00:49:48: Aber

00:49:50: das ist bestimmt super?

00:49:51: Ja wir haben damit angefangen mehr oder weniger im Lockdown als wir nicht in Clubs spielen konnten zu Hause aus unserem Wohnzimmer quasi Sets gespielt.

00:50:03: Die Markus und Barbette Tanz Show.

00:50:05: Ja, wir haben es richtig schick angezogen hat sich meine Frau immer.

00:50:08: Da gibt's ein Glasal dazu und dann hat sie innerhalb kürzester Zeit so eine Community gebildet die uns da jedes Wochenende zugeschaut hat.

00:50:16: aber ja auflegen möchte ich nicht missen.

00:50:20: also das ist natürlich so dass es nicht mehr ganz so einfach ist im Club die Primetime in Berlin von vier bis um sechs zu spielen.

00:50:28: muss ich mich dann vor euch schon hinlegen?

00:50:31: Grundsätzlich bereitet mir nur sehr viel Freude.

00:50:35: Ich habe vor kurzem mit DJ Hale, den ich schon lange kennen und gern mag.

00:50:42: Weißt du was mich noch interessiert?

00:50:45: Also neben vielen anderen, die mich interessieren.

00:50:46: Aber was mich wirklich interessiert bei dir ist hast du nie diesen... Weil ich finde dich ja ein total guten Moderator, muss ich mal sagen.

00:50:55: Ja?

00:50:55: Und du hast mir jetzt zum Beispiel... Jetzt komme ich fast schon wieder zurück zu was Du für mich bedeutet mit diesem Billiakö in dem Schellingsalon.

00:51:02: Komm' ich zurück!

00:51:03: Du hast mir nämlich etwas gelehrt, was ich dann auch durchgezogen habe ist dass man als guter Moderator immer gleich anfängt und gleich aufhört mit den gleichen Sätzen.

00:51:13: Also dieses guten Abend allerseits und haben wir wieder was gelernt.

00:51:16: und so das hast Du... Wann hast Du das eigentlich?

00:51:18: Weißt Du noch wann Du das erfunden

00:51:19: hast?!

00:51:21: Oder wenn es sehr aufgefallen ist, wahrscheinlich ist das beim Machen passiert oder?

00:51:25: Ja.

00:51:25: Es ist bei dem Machen passiert und... Das hat mir sehr schnell so eine gewisse Grundsicherheit beschert.

00:51:34: Wenn man weiß wie man anfängt und wie man aufhört, dann muss er nur das dazwischenfegen.

00:51:39: Nicht immer einfach aber...

00:51:40: Aber wenn man jetzt sagt der Anfang und das Ende ist das Wichtigste eigentlich.

00:51:45: Und das schon mal hat!

00:51:50: Dann kriegst du dann auch irgendwie hin.

00:51:52: Und bei mir war es halt so, dass ich entsprechend geprägt war... Also ich fand zum Beispiel Herbert Fassbender, fand ich immer gut als Fußballkommentator.

00:52:02: Legendär!

00:52:03: So.

00:52:03: und von dem ist halt ja gut namenerseits.

00:52:07: Ohne das explizit mal gedacht zu haben, ich will

00:52:10: jetzt klingen

00:52:11: wie Herbert Fussbender.

00:52:12: Es ist sein Ding übernehme ich eins zu eins.

00:52:15: Das war weil ich den so oft gehört habe.

00:52:17: War das so in mir drin, dass diese Begrüßungen ganz von selbst raus kamen?

00:52:21: Sobald ich da mal vor der Kamera stand.

00:52:23: Ich glaube, ich hab bestimmt die ersten zwanzig- dreißig Sendung noch was anderes gesagt.

00:52:27: aber irgendwann habe ich das mal gesagt unterbewusst mehr oder weniger und habe dann in dem Moment festgestellt so ah!

00:52:35: Das ist es.

00:52:35: damit fühle ich mich jetzt sehr wohl.

00:52:37: Es war ein guter Anfang und dieses... In diesem Sinne Haben wir wieder was gelernt?

00:52:44: Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

00:52:45: Auf Wiedersehen!

00:52:46: Das ist angelehnt an meinen Lateinlehrer Dr.

00:52:49: Schilcher.

00:52:50: Warum habe ich das jetzt geahnt, dass es ein leerer Satz ist?

00:52:52: Oder?

00:52:53: Ja gut haben wir wieder etwas gelernt.

00:52:54: Aber trotzdem hätte er etwas anderes als Vater sein können.

00:52:56: aber ich hab mir immer schon gedacht, das muss irgendwie so...

00:52:58: Dr.

00:52:59: Shilcher mein Latein-Lehrer und der hat sich Wortwörtlich so aber so sinngemäß immer gesagt wenn er das Gefühl hatte am Ende einer Unterrichtsstunde dass wir besonders gut aufgepasst und mitgemacht haben.

00:53:12: Und

00:53:13: ich hatte den Mathelehrer, der hat immer gesagt wenn die Stunde aus war du böse-böse Uhr vertreibst mir meine liebsten Gäste.

00:53:23: Ich würde jetzt nicht am Ende von der Fernsehsendung

00:53:26: machen.

00:53:26: Nein vielleicht nicht!

00:53:28: Aber ich war wirklich total froh als... Der legendäre Schlusssatz von der Ringestättershow Bayern wird nicht untergehen und wenn doch erfahren Sie es hier als erstes?

00:53:35: Ja.

00:53:36: Er war von Michi Köppel meinem Redakteur und er hat ihn erfunden Als ich den einmal gesagt habe, der wird es immer sein.

00:53:45: Also das hätte ja auch nur einmal sein können.

00:53:47: Aber es war genau wie du sagst, es ist total gut wenn man in der Mitte hängt von so einer Sendung und weißt zumindest das Schlusssatz wird gut sein.

00:53:55: aber es war also Learning... Es passiert.

00:53:58: und denn den Satz vom Herrn Schilcher oder Doktor Wieser?

00:54:02: Den hast du bewusst übernommen, oder?

00:54:06: Ja, ähnlich wie bei Herbert Fassbender.

00:54:07: Ich habe den so oft gehört und der war wirklich mein absoluter Lieblingslehrer im Gymnasium.

00:54:12: Ich hab auch Latein-Abitur dann gemacht – eigentlich nur seinen Wegen!

00:54:16: Weil ich den halt so cool fand und weil wir uns zu gut verstanden haben.

00:54:19: Und ich glaube, er hat sich auch in meinem Unterbewusstsein verankert.

00:54:24: Wenn man jemanden so gern mag und ich habe wirklich jede Lateinstunde, habe ich mich gefreut drauf….

00:54:32: Dann ja, war es irgendwie logisch... dass ich das dann irgendwann übernehme, weil es ja auch für eine Fernsehsendung so komplett Sinn ergibt.

00:54:41: Wenn man noch diese leicht ironische Brechung hat... Was haben wir denn jetzt groß gelernt?

00:54:47: Ich hab jetzt über Musik geredet!

00:54:48: Also wenn ich das alles nicht erzählt hätte, würde das Leben auch weitergehen.

00:54:52: Aber ich habe mich dann irgendwann mal halt... Ja, ich hab Bildungsfansen gemacht nur durch diesen letzten Satz.

00:55:01: Die

00:55:01: hast du ja auch.

00:55:02: Bildungsfenster ist eigentlich aber keins wahr.

00:55:04: Ich habe ja mal ein paar Jahre lang eine Fußball-Sendung moderiert.

00:55:07: Bei Nitro, die Qualifikationsspieler Erem und Wehem.

00:55:12: Mit Fußball kenne ich mich auch sehr gut aus!

00:55:14: Und trotzdem war das aber für mich mit deutlich mehr ... wie soll ich sagen?

00:55:21: Also du kannst mich für eine Musiksendung nach zum Drei wecken von der Kamera stellen und ich mach die unfallfrei.

00:55:29: Bei einer Fußball- Sendung da hab' ich wirklich gemerkt, wie viel Arbeit da drin steckt, wenn man das nicht schon sein ganzes Leben lang macht.

00:55:38: Dann kriegt man erst mal so zweihundertzeiten dicke Dosiers mit Statistiken und ich habe mir in der Zeit dann auch wirklich alle europäischen Top-Liegen sämtliche Spiele angeguckt und so und hab gemerkt dass ich mich aber

00:55:50: krass

00:55:50: viel viel krasser vorbereiten muss auf eine Sendung als ich das für die Musiksendung machen muss.

00:55:55: Jetzt hast du es wirklich geschafft oder wir beide haben's geschafft über deine Moderations tätigkeit in Sachen Fußball zu einem Schlussthema zu kommen, das ganz aktuell ist.

00:56:07: Du hast ein Buch geschrieben über den FC Bayern bzw nicht über den FZ Bayern.

00:56:12: Eigentlich hast du es gleich gemacht wie du es immer mit deinen Musikbügel machst.

00:56:16: Nämlich du hast einen Fanbuch geschrieben über dem FC Bayern.

00:56:21: Genau!

00:56:22: Wie es speziell bei mir ist, Bayern-Fans zu sein?

00:56:24: Dazu erzählte er meine, zu diesem Thema Lieblingsanecdote von meinem lieben Freund Peter.

00:56:30: Von den Sportfreunden.

00:56:31: Aha!

00:56:31: Auch Bayern-Fan?

00:56:32: Das ist Jahre her vielleicht sogar schon zwanzig Jahre.

00:56:36: Da waren wir auf der Terrasse gelegen in der Sommernacht und er hat so verträumt in den Himmel geschaut

00:56:43: und

00:56:44: alle haben sich gedacht, dass ich damals die Gefreundin jetzt brauche war auch um die Wege, es kommt nicht total... Es kommt irgendein romantischer Moment für uns alle, oder?

00:56:54: Das geht um Irgendwann.

00:56:55: Und der hat einen Schauen in den ... Und dann war irgendjemand da gesagt, Peter was ist mit dir?

00:56:59: und dann hat er ihn nämlich geschaut und mir gesagt ich liebe den FC Bayern.

00:57:05: Das ist romantik pur!

00:57:07: Genau.

00:57:07: Ja rotig auch.

00:57:08: Jetzt frage ich mich handelt es sich bei dir um ein ähnliches Verhältnis.

00:57:12: Ja

00:57:13: das ist genauso ... ja das heißt ja FC Bayern, eine Liebeserklärung ist der Untertitel des Buchs und es ist wirklich so.

00:57:24: Niemand begleitet mich schon solange in meinem Leben meine Eltern mal ausgenommen wie der FC Bayern.

00:57:29: seit Kindheitstagen bin ich Fan!

00:57:31: Und das is' wirklich ne Liebesbeziehung... ...in guten wie in schlechten Zeiten.

00:57:36: Man darf ja mit seinem mehr als bei anderen Vereinen beim FC Bayern... Das

00:57:40: macht's ein bisschen leichter vielleicht?

00:57:41: Es macht's etwas leichter aber ich bin trotzdem kein Erfolgsfan.

00:57:47: Aber klar, mein Papa hat mich mit ins Stadion genommen und da war ich sieben.

00:57:52: Und da war klar, wo die Reise hingeht – und die hält bis heute an!

00:57:58: Ich habe so viele glückliche Momente mit diesem Verein gehabt auch ein paar tragische, wie es halt immer so ist im Fußball.

00:58:06: Die hab' ich jetzt alle mal aufgeschrieben.

00:58:10: Keins meiner Bücher ist mir so leicht von der Hand gegangen.

00:58:14: In zwei Monaten habe ich das runtergeschrieben, weil ich so viel erlebt hab in diesen letzten fünfzig Jahren mit diesem Verein.

00:58:21: Es hätten locker tausend Seiten wären können jetzt sind es ein bisschen über zweihundert.

00:58:26: aber ja also Fußball ist halt generell neben der Musik die zweite große Liebe im Leben.

00:58:33: Ja und finde du hast echt einen super Zeitpunkt gewählt für dieses Buch, finde ich.

00:58:39: Weil jetzt auch wenn man kein Bayern-Fan ist und nicht schon seit fünfzig Jahren mit Liebe diesem Verein begegnet, sondern vielleicht auch mit anderen Gefühlen...

00:58:46: Ja, Hass!

00:58:48: Das finde ich immer

00:58:50: schwachsinnig.

00:58:50: Aber es ist der meistgehaste Verein in Deutschland?

00:58:52: Ja aber das ist glaube ich tatsächlich daran dass er einfach der erfolgreichste ist.

00:58:57: Gibt nicht so viel.

00:58:59: Ich habe für diese FC Hollywood Insight Dokumier angeschaut und dachte mir, naja ein bisschen geliefert haben Sie schon auf dieses Image?

00:59:07: Ja, weil immer

00:59:07: was los

00:59:09: ist.

00:59:09: Aber ich finde der Zeitpunkt ist so großartig für dieses Buch, weil jetzt das sozusagen mal seit dieser Visson Compagnie da ist Hat das so einen ganz anderen Sympathie-Wert der FC Bayern für alle, glaube ich.

00:59:25: Ich glaube wirklich, dass es kaum jemanden gibt jetzt gerade, der wirklich aus dem Herzen rauskommt und die FC Bayern finde ich scheiße!

00:59:32: Das ist wirklich gar keiner machen.

00:59:33: Ja, grad schwieriger denn je?

00:59:36: Weil es ist Zufall als das Buch kommt... Aber

00:59:39: es ist doch schön!

00:59:40: Es

00:59:40: ist super weil ich auch genau die Erfahrung gemacht habe Wasser & Kompanie ist ein super Typ, auf den sich eigentlich alle einigen können.

00:59:47: Spätestens seit seinem Play-Doh je gegen Rassismus.

00:59:50: Dieser Viertelstundenmonolog, der da einfach mal gehalten hat so aus der Hüfte... Es gibt keine Arschlochspieler da!

00:59:58: Das war auch

01:00:00: nicht immer

01:00:00: der Fall und die spielen wahnsinnig schönen Fußball.

01:00:05: Stimmt alles?

01:00:06: Es stimmt einfach alles.

01:00:08: und ja insofern Bin ihr als Bayernfan natürlich im Moment in einer äußerst glücklichen Stimmung, Verfassung.

01:00:18: Und ich war in einer öußerst-glücklichen Situation, dass du da warst mein Lieber?

01:00:22: Oh ja das kann ich dir zurückgeben!

01:00:23: Ja voll danke und

01:00:24: vielen Dank und ich freue mich auf alles was du weiter machst und schreibst und erzählst und auf bald.

01:00:31: Ja hoffentlich wir kennen uns jetzt schon eine Weile und ich glaube es geht auch lang so weiter.

01:00:35: Schöldingsalon Mein Kühl.

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